Brettljause, Käse, Bratwurst und Kaiserschmarrn prägen das kulinarische Bild des Aufsteirerns. Doch geht das größte Volkskulturfest der Steiermark auch vegan? vegan-in-graz.at hat bei Aussteller:innen und Regionen direkt nachgefragt – und tatsächlich einige vollständig pflanzliche Angebote gefunden.
Das Aufsteirern 2026 findet am Samstag, 19. September, von 12:00 bis 22:00 Uhr und am Sonntag, 20. September, von 10:00 bis 20:00 Uhr in der Grazer Innenstadt statt. Gefeiert wird heuer das 25-Jahr-Jubiläum.
Diese veganen Speisen sind beim Aufsteirern 2026 bestätigt
Die erfreuliche Nachricht: Wer vegan lebt, muss beim Aufsteirern nicht ausschließlich bei Getränken bleiben. Mehrere Aussteller haben uns konkrete pflanzliche Speisen bestätigt.
| Aussteller | Standort | Bestätigt vegan |
|---|---|---|
| Wirtshaus Steirerkeller / Erlebnisregion Südsteiermark | Südsteiermark-Bereich | Schwammerlgröstel |
| Buschenschank & Weinhof Urbi | Karmeliterplatz, Stand 9 | Käferbohnenaufstrichbrote |
| Hotel-Restaurant Teuschler-Mogg | Karmeliterplatz, Stand 16 | Tomatenstangerl |
| Süßer Steirer | Schmiedgasse, Höhe Polizei | Gebrannte Mandeln, Schoko-Maroni, Zuckerwatte |
Besonders interessant ist das Schwammerlgröstel des Wirtshaus Steirerkeller. Auf unsere konkrete Nachfrage, ob das Gericht ohne Butter, Speck, Obers oder andere tierische Zutaten zubereitet wird, bestätigte der Betrieb ausdrücklich, dass das beim Aufsteirern angebotene Schwammerlgröstel vegan ist.
Auch aus dem Thermen- & Vulkanland gibt es inzwischen zwei bestätigte Möglichkeiten. Beim Buschenschank & Weinhof Urbi, Stand 9, werden vegane Käferbohnenaufstrichbrote angeboten. Das Hotel-Restaurant Teuschler-Mogg, Stand 16, bringt vegane Tomatenstangerl mit. Die Region hat dafür eigens bei ihren teilnehmenden Betrieben nachgefragt. Weitere Rückmeldungen könnten noch folgen.
Gebrannte Mandeln, Schoko-Maroni und Zuckerwatte
Auch für den süßen Hunger gibt es eine bestätigte Adresse. Der Süße Steirer steht in der Schmiedgasse auf Höhe der Polizei und hat uns mehrere vegane Produkte genannt: gebrannte Mandeln, Schoko-Maroni und Zuckerwatte.
Wer am Sonntag etwas mehr Auswahl sucht, kann außerdem einen kleinen Abstecher in den nur wenige Gehminuten entfernten Shop des Süßen Steirers in der Sackstraße 4 machen. Dieser hat am Aufsteirern-Sonntag geöffnet und bietet laut Betreiber unter anderem vegane Produkte aus Marzipan und Kokos, Zuckerl sowie vegane Zotter-Schokoladen an.
Achtung: „Vegetarisch/Vegan“ heißt nicht automatisch vegan
Das Aufsteirern selbst hat auf seiner Website inzwischen eine eigene Kategorie „Vegetarisch und Vegan“ eingerichtet. Das ist grundsätzlich erfreulich – für eine verlässliche vegane Auswahl reicht der Filter allerdings nicht aus.
In derselben Kategorie finden sich etwa das Mariazeller Land mit Brettljause, die Fleischerei Mosshammer und mehrere Betriebe, bei denen nicht angegeben wird, welches konkrete Gericht vegetarisch und welches tatsächlich vegan ist.
Deshalb haben wir die Betriebe direkt kontaktiert und führen in diesem Beitrag nur Angebote als vegan an, die uns ausdrücklich bestätigt wurden oder bei denen die vegane Kennzeichnung eindeutig nachvollziehbar ist.
Ein gutes Gegenbeispiel liefert Schladming-Dachstein. Die Region erscheint ebenfalls im offiziellen Bereich „Vegetarisch/Vegan“, hat uns auf Nachfrage jedoch mitgeteilt, dass auf ihrem Platz lediglich ein vegetarisches Gericht angeboten wird: Kaspressknödel mit Ennstaler Bergkäse und Hirtenkäse, eingelegten Eierschwammerln, Vogerlsalat und Steirerkas-Sauerrahmsauce. Ein veganes Gericht wurde uns dort nicht bestätigt.
Ist der Wein beim Aufsteirern vegan?
Gerade beim Aufsteirern ist diese Frage wichtig. Denn Wein besteht zwar aus Trauben, ist aber nicht automatisch vegan. Bei der Weinherstellung können zum Klären und Stabilisieren tierische Hilfsstoffe wie Gelatine, Eiklar, Kasein aus Milch oder Hausenblase aus Fisch eingesetzt werden. Da es sich teilweise um Verarbeitungshilfsstoffe handelt, sind sie auf der Flasche nicht zwingend erkennbar. Pflanzliche beziehungsweise mineralische Alternativen wie Bentonit oder Erbsenprotein sind ebenfalls möglich.
Deshalb fragen wir bei den teilnehmenden Winzer:innen nicht nur nach der Zutatenliste, sondern konkret danach, ob tierische Schönungs- oder Klärungsmittel verwendet werden.
Vom Wirtshaus Steirerkeller gibt es bereits eine erste positive Rückmeldung: Der dort ausgeschenkte Wein wird vom Betrieb als vegan bezeichnet. Gleichzeitig weist der Betrieb darauf hin, dass er nicht entsprechend geprüft beziehungsweise zertifiziert ist.
Bei weiteren Winzer:innen stehen die Antworten derzeit noch aus. Der Beitrag wird ergänzt, sobald wir verlässliche Rückmeldungen zu den einzelnen Weinen erhalten.
Und was ist mit Sturm?
Auch bei Sturm würden wir nicht allein aufgrund von Trauben und Gärung automatisch „vegan“ dazuschreiben. Entscheidend ist, ob bei Most beziehungsweise Herstellung tierische Hilfsstoffe verwendet wurden.
Gerade deshalb haben wir die beim Aufsteirern vertretenen Weinbaubetriebe zusätzlich nach Sturm, Wein, Frizzante und Sekt gefragt. Sobald konkrete Antworten vorliegen, ergänzen wir sie in dieser Übersicht.
Bier ist meist unkomplizierter
Bei österreichischem Bier ist die Situation deutlich einfacher. Laut Veganer Gesellschaft Österreich ist österreichisches und deutsches Bier in der Regel vegan, da üblicherweise keine tierischen Klärungsmittel eingesetzt werden. Bei Importbieren oder Spezialbieren können allerdings Abweichungen vorkommen.
Wer beim Aufsteirern beim österreichischen Fassbier bleibt, hat daher meist die unkompliziertere Wahl als bei einem Wein, dessen Herstellung nicht bekannt ist.
Vegan und Aufsteirern – passt das nun zusammen?
Ja – aber das Angebot ist noch überschaubar und man muss wissen, wo man suchen muss.
Gerade steirische Produkte würden eigentlich hervorragende Voraussetzungen bieten: Käferbohnen, Kürbiskernöl, Schwammerln, Erdäpfel, Maroni, Äpfel und zahlreiche Gemüseprodukte sind von Natur aus pflanzlich. Entscheidend ist häufig erst die Zubereitung.
Die bisher bestätigten Käferbohnenaufstrichbrote, das Schwammerlgröstel, Tomatenstangerl sowie die süßen Angebote des Süßen Steirers zeigen, dass traditionelle steirische Kulinarik durchaus vegan funktionieren kann.
Gleichzeitig zeigt unsere Recherche aber auch: Ein gemeinsamer Filter „Vegetarisch/Vegan“ ist für vegan lebende Besucher:innen nicht präzise genug. Käsespätzle, Kaspressknödel oder ein vegetarischer Aufstrich können fleischlos sein – vegan sind sie deswegen noch lange nicht.
Dieser Guide wird aktualisiert
Unsere Anfragen an weitere Aussteller:innen, Regionen und Winzer:innen laufen noch. Aus dem Mariazeller Land wurde die Anfrage bereits an den zuständigen Anbieter weitergeleitet. Das Thermen- & Vulkanland wartet ebenfalls noch auf zusätzliche Rückmeldungen seiner Betriebe.